Historie

Warum heißt St. Martin eigentlich St. Martin?

Die erste urkundliche Erwähnung St. Martins erfolgte im Jahr 1149. Doch schon lange vorher hat sich die Siedlung etwa im 7. oder 8. Jahrhundert als ein Ausbauort von Maikammer entwickelt. Zur Zeit ihrer Entstehung führte die Siedlung den Namen Marten (Martinus), im Mittelalter Martenheim, nach dem Dreißigjährigen Krieg dominierte die Bezeichnung St. Martin. Den Namen wählte ein fränkischer Sippenältester, nach dem heiligen Martin von Tours (316-400), der früher römischer Soldat und gegen Ende des 4. Jh. Bischof von Tours war.
Die Geschichte des heiligen Martinus ist wahrscheinlich jedem bekannt, als er während seiner Soldatenzeit in einer barmherzigen Tat seinen Mantel teilte und die Hälfte einem frierenden Bettler gab.
Dies ist auch der Grund warum in St. Martin der 11. November, der Martinstag, besonders festlich begangen wird.

Geschichte des Ortes

Die Ursprünge des Dorfes reichen wie erwähnt zurück bis ins 7. und 8. Jh. n. Chr.,und noch weiter zurück zu den Römern. Bei Ausgrabungsarbeiten fand man nämlich Reste eines römischen Altares, den ein Jäger namens Lukullus der Göttin Diana errichten ließ. Dieser kann heute im Historischen Museum in Speyer besichtigt werden.

Ältestes Bauwerk am Ort und Vorläufer der heutigen Kirche war ein kleines Wallfahrtskirchlein. Dort wo sich zwei wichtige Römerstraßen kreuzten, stand dieses anfänglich einsam im Wald. Mit der Zeit entwickelte sich ringsum die kleine Siedlung.

Die Herrschaft über St. Martin wurde in den Anfangszeiten des Öfteren gewechselt. Erst mit dem Bau der Kropsburg entstand ein fester Sitz für eine dauerhafte Herrschaft. In der ersten Zeit im 12 Jh. dient sie mehreren adligen Familien als Zuflucht, doch dann kommt sie mitsamt dem Dorf in den Besitz der Bischöfe von Speyer. Im Jahre 1441 erwarben die Freiherren von Dalberg, Kämmerer von Worms, die Kropsburg mit dem dazugehörigen Besitz. Neben den Herren von Dalberg besaßen noch die „Hundt von Saulheim“ und die Herren von Erfenstein größere Güter und Rechte in St. Martin.

St. Martin litt sehr unter dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), denn im Jahre 1650 zählt der Ort nur noch 22 Einwohner. Einzig die Kropsburg überdauerte diesen Krieg unbeschadet. Diese fiel aber 1689 dem Pfälzischen Erbfolgekrieg zum Opfer und wurde zerstört.

Von nun an ging die Entwicklung des Dorfes erst langsam aber später stetig voran. 1779 wird die Kirche ausgebaut und eingeweiht, 1827 wird ein neues Rathaus erbaut und somit begann sich eine Infrastruktur zu entwickeln, die ein gutes Leben im Dorf möglich machte.

Die Entwicklung des Tourismus

Urlaubsmagazin aus dem Jahr 1927

Bereits im 14. Jahrhundert kamen auch schon die ersten „Kurgäste“. Der Ort war damals schon bekannt für gesunde Luft und gutes Wasser. Als der sogenannte „Englische Schweiß“ (Schweißfieber) in ganz Deutschland ausbrach, haben viele Fürsten und Adlige Zuflucht auf der Kropsburg gesucht, denn St. Martin wurde von der Krankheit gänzlich verschont.

1927 erschien das erste eigene Urlaubsmagazin von St. Martin und man bewarb das Dorf als "historischen Wein-, Luft- und Kirschenkurort". Seit 1988 hat St. Martin die staatliche Anerkennung als "Wein- und Luftkurort" und vermarktet sich seitdem als solchen.

Inzwischen begrüßt der Ort Gäste aus ganz Deutschland und ebenso aus dem Ausland (vor allem aus den Niederlanden, Belgien, Luxembourg, Schweiz uvm.) Mit ca. 45.000 Übernachtungsgästen pro Jahr und weiteren Tausenden an Tagesgästen zählt St. Martin heute zu den meist besuchtesten Orten an der Deutschen Weinstraße.

Ausführliche Informationen zur Geschichte des Ortes finden Sie auf der Internetseite des Heimatmuseums: www.sankt-martin-pfalz.de